Stadt berichtet zum aktuellen Corona-Geschehen: Lockerungen für Schule und Sport stehen bevor

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Dank der sinkenden Inzidenz, die in Dortmund mittlerweile beständig unter 165 liegt, können Schulklassen ab nächster Woche wieder in den Wechselunterricht starten. Auch im Bereich Sport stehen Lockerungen bevor. Eine „Impfbrücke“ ist außerdem geplant. Die Stadtspitze informierte zur Corona-Lage.

Zu Beginn der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstandes am Dienstag, 11. Mai, wies Oberbürgermeister Thomas Westphal noch einmal darauf hin, dass der BVB am Donnerstagabend, 13. Mai, im Pokalfinale spielt und auch dann die Ausgangsbeschränkungen gelten. In einem gemeinsamen Appell mit dem BVB richtete sich Dortmunds OB an alle Fußballfans : „Wir alle wünschen uns nichts mehr, als den Sieg unseres BVB im kommenden Pokalfinale, aber bitte denkt daran: Wenn der BVB das DFB-Pokalfinale gewinnen sollte, sind wir alle dringend dazu aufgerufen, nach dem Schlusspfiff zu Hause zu bleiben.“ Selbstverständlich kontrolliert die Dortmunder Polizei auch am Pokalspiel-Abend die Einhaltung der Ausgangssperre (zwischen 22:00 und 5:00 Uhr) , die auch Autokorsos verbietet.

Wer die Mannschaft in diesem Jahr Zuhause unterstützen möchte und wem dazu noch die passende Fan-Kleidung fehlt, der kann das neue Shirt mit dem Schriftzug „Entscheidend ist auffe Couch“ online über den „Dortmunderisch“-Shop erwerben. Oberbürgermeister Westphal: „So kann die Community zusammenhalten und symbolisch an der Seite der Mannschaft stehen, aber eben ‚auffe Couch‘. Wir drücken die Daumen, dass wir, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, den Pokal nach Dortmund holen können.“

Dortmunder Inzidenz sinkt weiter

In ihrer aktuellen Berichterstattung zur Corona-Lage ging Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner auf die stetig sinkende Inzidenz in Dortmund ein. So fiel die Inzidenz in der Zeit von Montag, 3. Mai, bis zum gestrigen Montag, 10. Mai, von 197,9 auf 152,8. „Das ist eine sehr erfreuliche Differenz zur Vorwoche“, betonte Zoerner. Durch den gesunkenen Inzidenzwert stehen in Dortmund erste Lockerungen der Corona-Regelungen bevor. Dennoch sei eine strikte Einhaltung der Maßnahmen unerlässlich, so die Krisenstabsleiterin. NRW-weit liegt die Inzidenz im Durchschnitt derzeit bei 123,2.

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken bestärkte Zoerners Ansicht. Zwar sei die rückläufige Inzidenz vermutlich ein anhaltender Trend. Beim Vergleich der Altersgruppen der Corona-Infizierten sei das Infektionsgeschehen bis 39 Jahre allerdings bedenklich hoch. „Diese Altersgruppe ist sehr viel unterwegs, geht etwa mit Gleichaltrigen auf die Straße oder an den Phoenix See und verbreitet das Virus so“, erklärt Renken. Trotzdem hofft der Leiter des Gesundheitsamtes, dass der Positiv-Trend bei der Inzidenz anhält und geht davon aus, dass der Inzidenzwert in den kommenden Tagen weiter unter 165 liegt.

Schulen können wieder in den Wechselunterricht gehen

Mit einem Inzidenzwert unter 165 ist es in Dortmund grundsätzlich wieder möglich, die Schulen zu öffnen und die Schüler*innen im Wechsel zu unterrichten. Dafür muss der Inzidenzwert an fünf aufeinander folgenden Werktagen stabil unter 165 liegen – das wäre in Dortmund am Samstag, 15. Mai, der Fall. Die Stadt meldet dann an diesem Tag den anhaltend niedrigen Inzidenzwert an das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, welches daraufhin einer Öffnung schriftlich zustimmen muss. Anschließend tritt in Dortmund eine neue Allgemeinverfügung in Kraft, die den Wechselunterricht ab voraussichtlich Montag, 17. Mai, möglich macht. „Wir werden uns bei den Eltern noch einmal melden und ein Signal geben, ob es am Montag wirklich wieder offiziell mit der Schule losgehen kann“, sagte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger.

Die Schuldezernentin wies außerdem darauf hin, dass die Abschlussklassen einiger Schulformen am 19. und 20. Mai ihre Abschlussarbeiten schreiben. An diesen Tagen könne es sein, dass mehr Schüler*innen als im Wechselunterricht vorgesehen zur Schule kommen und demnach auch den ÖPNV verstärkt nutzen werden.

Kita: Elterngeld für Mai und Juni wird erstattet

Bisher gibt es zum Thema Erstattung des Elterngeldes für die Zeit, in der die Dortmunder Kitas geschlossen waren, keine Einigung zwischen dem Ministerium und den NRW-Städten. Die Forderung der Stadt Dortmund bleibt bestehen, der Kommune und somit auch den Eltern vollumpfänglich die ausgefallenen Beiträge für die Monate Januar bis April 2021 zu erstatten. „Die Eltern sind hier in die Eigenbelastung gegangen und brauchen jetzt Klarheit und finanzielle Entlastung“, so Daniela Schneckenburger. Nach bisherigem Kenntnisstand werden sowohl im Mai als auch im Juni keine Beiträge eingezogen. Diejenigen, die ihren Beitrag bereits überwiesen haben, erhalten eine Rückerstattung.

Der Verwaltungsvorstand hat – vorbehaltlich der Zustimmung des Rates – beschlossen, die Eltern der Kinder, die FABIDO-Kitas besuchen, bei der Zahlung der Verpflegungsentgelte zu entlasten . Dazu soll die noch gültige Verpflegungsentgelt-Satzung rückwirkend zum 31. Dezember 2020 außer Kraft gesetzt und eine neue ab dem 1. Januar 2021 in Kraft gesetzt werden. So werden die Beiträge von nicht in Anspruch genommenen Mahlzeiten erstattet.

Lockerungen im Bereich Sport

Auch im Sportbereich werden, wenn die Inzidenz stabil unter 165 bleibt, Lockerungen eintreten. Die Regelungen für den Dortmunder Sport werden dann wieder nach Bundesinfektionsschutzgesetz und nicht nach der derzeit gültigen Allgemeinverfügung gelten. Das Bundesinfektionsschutzgesetz sieht vor, dass fünf Kinder mit bis zu zwei Übungsleiter*innen getestet Sport machen dürfen. Die Sportplätze dürfen somit wieder öffnen.

„Impfbrücke“ Dortmund startet

Ab Freitag, 15. Mai, soll es auch in Dortmund, so wie in vielen anderen NRW-Städten, eine „Impfbrücke“ geben. Auf der Plattform wird es möglich sein, sich zu registrieren, wenn man zur derzeit impfberechtigten Gruppe gehört. Ist an einem Tag Impfstoff im Impfzentrum übrig, bekommen die Registrierten kurzfristig die Möglichkeit, sich mit dem restlichen Impfstoff impfen zu lassen. „Bisher was dies sehr selten der Fall, da wir eine sehr gute Steuerung im Impfzentrum haben“, ergänzt Krisenstabsleiterin Zoerner.

Lage im Impfzentrum

Aktuell werden Menschen aus der Prioritätengruppe drei im Impfzentrum geimpft. Vom 1. bis 9. Mai konnten bereits 21.958 Menschen geimpft werden, vom 10. bis 31. Mai sind weitere 56.380 Termine bereits vergeben. 4.000 sind noch buchbar.

Zoerner betonte, dass der bisherige Impfabstand von zwölf Wochen zwischen der Erst- und Zweitimpfung mit AstraZeneca bestehen bleibe und Bürger*innen diesen Zeitraum nicht verkürzen könnten. Bisher hat das Impfzentrum keine weiteren Impfdosen AstraZeneca oder Johnson & Johnson erhalten, so dass die Impfstoffmengen gleich geblieben sind und keine neuen Termine im Mai freigeschaltet werden können.

Impfzentrum führt „Leistungstest“ durch

Am Donnerstag, 13. Mai, wird ein „Leistungstest“ im Impfzentrum durchgeführt. Planmäßig soll es dort strukturell und personell möglich sein, bis zu 3.700 Impfungen am Tag zu leisten. Für Donnerstag wurden 3.700 Impftermine vergeben, um zu prüfen, ob Dortmund mit den bestehenden Strukturen für diese Menge an Impfungen gut aufgestellt ist. „Wir möchten uns darauf vorbereiten, dass bald größere Mengen Impfstoff auf einmal kommen. Nach einem solchen ‚Leistungstest‘ sind wir in der Lage, gegebenenfalls jetzt schon Verbesserungen des Impfzentrums durchzuführen“, erklärt Birgit Zoerner.

Impfungen für Obdachlose erfolgreich gestartet

Seit Montag, 10. Mai, werden obdachlose Menschen in Dortmund geimpft. Eingesetzt wird der Impfstoff von Johnson & Johnson, der nur einmal verimpft werden muss. Derzeit können Obdachlose sich an fünf Orten impfen lassen:

  • Im FZW in der Innenstadt-West wurden am Montag, 10. Mai, 147 Menschen geimpft.
  • In der Methadon-Ambulanz des Gesundheitsamtes in der Bornstraße stehen für Dienstag, 11. Mai, 250 Impfdosen zur Verfügung.
  • In der Frauenübernachtungsstelle Hörde an der Nortkirchenstraße stehen 100 Impfdosen, auch für Frauen aus dem Frauenhaus, am Donnerstag, 13. Mai, zur Verfügung.
  • Am Freitag, 14. Mai, hält der Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) an der Münsterstraße 50 Impfdosen bereit.
  • Am Samstag, 15. Mai, können 600 Impfung am Wichernhaus in der Stollenstraße durchgeführt werden. Hier soll samstags regelmäßig geimpft werden.

Um die Impfbereitschaft zu steigern, sprechen die Träger*innen obdachlose Menschen an und klären sie über den Impfstoff und das Coronavirus auf. Für jede*n Obdachlose*n würde in einem individuellen Anamnese-Gespräch geprüft, ob diese*r den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen dürfe, so Dr. Renken.

Text: Kira Hibbeln

Quelle: Stadt Dortmund

Bild: Dortmund Agentur/ Elena Hesterkamp

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