Kirmes, Karneval, Schützenfeste

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"Gruß aus der Bierstadt Dortmund": Postkarte von 1903  Bild(Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Brauerei-Museum 
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Brauerei-Museum zeigt Ausstellung zu „Bier und Brauerei auf Volksfesten Westfalens“

„Kirmes, Karneval, Schützenfeste“ heißt die neue Sonderausstellung im Brauerei-Museum Dortmund. Vom 29. Juni bis 31. Dezember widmet sich die Ausstellung der langen Geschichte der Beziehung von Bierbrauerei und Volksfesten. Zu sehen sind historische Fotos und Objekte. Der Eintritt ist frei. 

Seit jeher lieben es die Menschen, gemeinsam zu feiern. Große Feste sollen gar, wie die jüngste Forschungsmeinung lautet, den Prozess der Seßhaftwerdung eingeläutet haben. Denn ein zentrales Element dieser steinzeitlichen Feiern war die Berauschung. Hervorgerufen wurde der Rausch durch das Bier, das vor über 10.000 Jahren bereits von Jägern und Sammlern zubereitet wurde. Am Anfang des großen Zivilisationsprozesses der Menschen standen also Bier und Fest.

Unter dem Titel „Kirmes, Karneval, Schützenfeste“ beschäftigt sich die nächste Sonderausstellung im Brauerei-Museum Dortmund mit „Bier und Brauerei auf Volksfesten Westfalens“. Sie eröffnet während der „ExtraSchicht – Nacht der Industriekultur“ am 29. Juni und ist bis 31. Dezember zu sehen. Die Ausstellung zeigt zahlreiche historische Fotoaufnahmen und Objekte aus der langen Geschichte der Beziehung von Bierbrauerei und Volksfesten.

Dortmunder Brauereien bei Volksfesten

In unserem Raum bildeten sich die Strukturen der modernen Volksfeste seit dem Mittelalter heraus. Ob Kirchweih- oder Schützenfeste, Jahrmärkte oder Karneval, ihre erste große Blütezeit erlebten die Volksfeste im 19. Jahrhundert. Für das Bier sorgten anfangs die lokalen Wirte und Brauer. Im Zuge der Industrialisierung übernahmen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Großbrauereien die Bierlieferung. Dortmunder Brauereien dominierten seit dieser Zeit den Markt der Schützen- und Volksfeste im Revier wie in großen Teilen Westfalens.

Die Brauereien lieferten aber nicht nur das Bier. Sie stellten großenteils auch die Infrastruktur des Getränkekonsums auf den Festen. Dazu gehörten Zapfanlagen, Krüge und Gläser, Biertische und -bänke, Kühlkisten, Eis und vieles mehr. Brauereien halfen den Vereinen bei Werbung und Organisation der Feste. Häufig traten sie auch als Sponsor auf und halfen, die Veranstaltungen zu finanzieren.

Der Sonnenkönig: Schützenfest des nördlichen Dortmunder Schützenbundes 1960Bild(Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Brauerei-Museum

Eine Hochzeit des Engagements der Brauerei auf Kirmessen, Jahrmärkten und Schützenfesten bildeten die 1950er bis 1970er Jahre. Seit den 1990er Jahren, vor allem aber seit der Jahrtausendwende geraten Schützenfeste, zumal in großen Städten, zunehmend aus der Mode, finden kleinere Kirmessen etwa in den Stadtteilen immer weniger Zuspruch. Zugleich sinkt der Bierkonsum bei diesen Festen. Während sich die Brauerei aus der Unterstützung dieser Feste nach und nach zurückzieht, muss sie sich bei den großen, absatz- und werbestarken Volksfesten mit erheblichen Mitteln als Sponsor einkaufen.

Impressionen aus der langen Geschichte der Beziehung von Bierbrauerei und Volksfesten zeigt die neue Sonderschau. Sie präsentiert zahlreiche historische Fotoaufnahmen und Objekte.

Zu Dank verpflichtet ist das Brauerei-Museum dem Schausteller-Museum Essen, der Hörder Bürgerschützen-Gilde, dem Stadtarchiv Dortmund, dem LWL-Medienzentrum für Westfalen und den privaten Sammlern historischer Bilddokumente.

Öffnungszeiten des Brauerei-Museums, Steigerstraße 16:
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 – 20:00 Uhr
Samstag: 12:00 – 17:00 Uhr

Quelle: Stadt Dortmund

 

 

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