Ringveranstaltung dreht sich im Jubiläumsjahr 2019 um Heldinnen, Helden und Mythen 

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Robin Hood ist durch seine wiederkehrende und immer neue Präsenz in Kino und Literatur beinahe jedem ein Begriff.Bild(Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Historisches Museum der Pfalz Speyer 
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Die „Stadtgespräche im Museum“ feiern Jubiläum: Im zehnten Jahr ihres Bestehens kreist die gemeinsame Ringveranstaltung von MKK und TU Dortmund an zehn Abenden um Held*innen und Mythen. Die kostenfreien Vorträge mit anschließender Diskussion gehen am Donnerstag, 12. September, mit einem Vortrag über Robin Hood in der Rotunde des MKK, Hansastraße 3, weiter. 

Auf Held*innen treffen wir überall und zu allen Zeiten – in mythischen Erzählungen, geschichtlichen Darstellungen und in Hollywood-Filmen; zuweilen auch im Alltag, wenn Zeitgenossen Besonderes geleistet haben. Während das Heldentum nach dem Zweiten Weltkrieg häufig kritisch gesehen wurde, feiert der ungebrochene Held in jüngster Vergangenheit in Politik und Populärkultur eine überraschende Renaissance.

Bei den „Stadtgesprächen“ tragen Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen in zehn Vorträgen ihre Perspektiven zum Thema bei und behandeln Helden in Mythen und Literatur, Geschichte und Alltag, Musik, Film und Sport. Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden an Donnerstagen um 18:00 Uhr in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, statt und sind kostenfrei.

Vortrag über Robin Hood am 12. September

Nach der Sommerpause geht die Reihe „Stadtgespräche im Museum“ weiter mit einem Vortrag über Robin Hood: Am Donnerstag, 12. September, 18:00 Uhr spricht Philipp Sulzer, Leiter des Kindermuseums Adlerturm im Museum für Kunst und Kulturgeschichte über die mittelalterliche Figur, der das MKK derzeit eine große Familienausstellung widmet.

Robin Hood ist durch seine wiederkehrende und immer neue Präsenz in Kino und Literatur beinahe jedem ein Begriff. Welche Werte machen Helden aus? Was bedeutet Gemeinschaft? Darf man Regeln brechen, um Not zu lindern? So lauten typische Fragen an das Thema. Aber was für eine Art Held soll diese über Jahrhunderte entstandene und ausgeschmückte Figur eigentlich sein? Ein frommer Gesetzloser, wie in der Überlieferung des Spätmittelalters? Der Sozialrevolutionär, den die Frühe Neuzeit in ihm sehen wollte? Der romantisch-verwegene oder auch beinharte Kinoheld des 20. und 21. Jahrhunderts? An Robin Hood zeigt sich: Jede Zeit braucht ihre eigenen Helden.

Referent Philipp Sulzer studierte Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters in Freiburg im Breisgau, arbeitete mehrere Jahre in der Mittelalterabteilung der Bodendenkmalpflege des Regierungsbezirks Freiburg und wechselte 2010 in die Archäologie an Museen. Bis 2018 war er an mehreren großen Ausstellungsprojekten als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Niedersächsischen Landesmuseum Hannover und dem Braunschweigischen Landesmuseum beteiligt. Seit März 2019 ist er Kurator für Archäologie und mittelalterliche Stadtgeschichte am MKK und Leiter des Museums Adlerturm.

Darum geht es in den nächsten Stadtgesprächen:

Wer war Robin Hood: Sozialrevolutionär, Gesetzloser oder romantisch-verwegener Kinoheld? Am 12. September spricht der Archäologe Philipp Sulzer (MKK) über den mittelalterlichen Helden, dem das Museum eine Familien-Mitmachausstellung widmet.

Die Germanistin Prof. Ellen Risholm (TU Dortmund) schließt am 26. September an mit einem Vortrag über die Darstellung der Arbeit im deutschen Film der Gegenwart, bei dem, so ihre These, das Zusammenwirken zwischen Selbstlosigkeit und Widerstand heroisch herausgestellt und visuell reflektiert wird.

Um die Gründungsmythen und Helden der Hip-Hop-Kultur geht es am 24. Oktober in dem Vortrag „Born in the Bronx?“ der Amerikanistin Dr. Sina Nitzsche (RUB / TU Dortmund), bei dem sie die popkulturelle Inszenierung hinter dem Phänomen hinterfragt.

Ein lokaler Held ist der Heilige Reinoldus, dem eine heldenhafte Rolle in der frühen Stadtgeschichte Dortmunds zugeschrieben wird. Kunsthistorikerin Prof. Barbara Welzel (TU Dortmund) spricht am 14. November über den Stadtpatron, seine Manifestationen in der Stadt und die wechselnde Rolle, die er seit dem frühen 14. Jahrhundert einnimmt.

„Eroica. Beethoven als Held“ ist der Titel eines Vortrags am 28. November. Prof. Holger Noltze (TU Dortmund) spricht über das Heldenhafte in der Person des Komponisten und in seiner Musik.

Zum Abschluss der Reihe beschäftigt sich der Historiker Dr. Karl Lauschke am 12. Dezember mit den „Helden der Arbeit – Malocher, Proletarier, Lohnempfänger“.

Die Reihe „Stadtgespräche im Museum“ finden seit 2010 statt. Themen der Vorjahre waren u.a. „Universitätsstädte“, „Sammeln“, „Europa“ oder „Heimat“.

Quelle: Stadt Dortmund

 

 

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