Neue Premiere im Kinder- und Jugendtheater „Miss you“ thematisiert die Isolation

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Mit dem Theaterstück „miss you“ reist Regisseurin Antje Siebers mit ihrem Ensemble zurück zu der Zeit, in der Corona uns jede Ablenkung genommen hat und erzählt darüber hinaus und allgemeingültig von Menschen, die isoliert oder allein für sich die Welt erleben. Die Premiere am 18. September ist bereits ausverkauft, es gibt allerdings noch Karten für alle Folgetermine.

Wie war das im April nochmal genau? Wie fühlten wir uns? Allein, isoliert, begrenzt auf unsere Wohnung – und auf uns selbst? Mit der Stückentwicklung „Miss you“ reist Regisseurin Antje Siebers mit ihrem Ensemble zurück zu der Zeit, in der Corona uns jede Ablenkung genommen hat und erzählt darüber hinaus und allgemeingültig von Menschen, die isoliert oder allein für sich die Welt erleben.

Kooperation mit Goethe-Gymnasium

Mit den Schauspieler*innen und dem Musiker Manuel Loos entwickelt sie ein Szenario, das die Zuschauer*innen bei ihren eigenen Erfahrungen mit dem Alleinsein abholt. Unterstützt wurde das Kinder- und Jugendtheater bei der Recherche von der Klasse 6c des Goethe-Gymnasiums und der Klassenleiterin Sonja Götz. Ihre Corona-Tagebücher dienten als wichtige Zeitzeugnisse aus der Zeit der Selbstisolation und werden im Stück als Tonaufnahmen und Videoprojektionen verarbeitet.

Die fünf Schauspieler*innen Bettina Zobel, Ann-Kathrin Hinz, Andreas Ksienzyk, Max Ranft und Thomas Ehrlichmann leben in ihren Wohnungen, nur angedeutet auf fast leerer Bühne (Ausstattung: Julia Schiller). Jede*r für sich geht seinem Tagesablauf nach, einem neuen Tagesablauf, der Zeit für Posen vor dem Spiegel, Handyselfies, Betrachten der Einrichtung, Neustreichen der Wände, Zeit mit sich selbst lässt. Die Isolation bricht lediglich auf, wenn sie auf die Straße gehen, in angemessener Entfernung und mit Mundschutz.

Reise zu sich selbst

Die Distanz bleibt und schiebt sich auch hier zwischen die Spieler*innen, die aber nicht verzweifelt sind, sondern immer noch das Beste aus der Situation zu machen versuchen. Und so begeben sie sich nacheinander auf Reisen zu sich selbst, in ihre Vergangenheit, Kindheit, tauchen ein in Traumwelten, die vielleicht bunter und reicher sind, als es die reale Fernreise gewesen wäre. Bettina Zobel etwa träumt sich in eine Wild-West-Fantasie zurück, fährt mit dem Kajak, betrachtet glücklich die Landschaft um sich herum. Ann-Kathrin Hinz reist mit uns in die trubelige Welt Tokios, Andreas Ksienzyk zeigt alte Fotos von sich und Erinnerungen.

Die kleinen Welten entstehen aus dem Nichts, mit wenig Aufwand, und sie erinnern uns vielleicht an die eigenen Erlebnisse während der Zeit des Rückzugs, als die Geschäfte, Restaurants und auch Kultureinrichtungen geschlossen waren. Statt einer linearen Erzählung werden Schlaglichter auf die einzelnen Protagonist*innen und ihre Geschichten geworfen. Es gibt traumhafte Sequenzen, dann wieder eine überspitzte Talkshow-Situation, in der sich Expert*innen zu ihrem Fachgebiet „Wünsche“ äußern. Das ist grotesk und humorvoll, wo anderes nachdenklich und leise wirkt.

„Miss you“ ist die zweite Premiere im Kinder- und Jugendtheater der Saison, und sie behandelt ein hochaktuelles Thema. Empfohlen für ein Publikum ab zwölf Jahren, ist es doch ein Stück für viele Generationen.

Quelle: Stadt Dortmund

Bild: Birgit Hupfeld

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