71-Jähriger als Hilfspolizist unterwegs: Polizei gelingen Festnahmen nach betrügerischem Anruf

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Polizist im Dienst / Symbolbild, Quelle Polizei NRW
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Ein 71-jähriger Dortmunder hat sich gestern als findiger Hilfspolizist hervorgetan. Der Senior hatte einen betrügerischen Anruf von falschen Polizeibeamten erhalten und sofort geschaltet. Er benachrichtigte die Polizei und trug mit seinem Verhalten zur Festnahme von drei Tatverdächtigen bei.

Es war gegen 13.50 Uhr, als der Dortmunder im Stadtteil Kirchhörde den verdächtigen Anruf erhielt. 20.000 Euro waren von ihm gefragt. Viel Geld, mit dessen Abholung er angeblich maßgeblich zu einem Ermittlungsverfahren beitragen werde, in dem es um Falschgeld bei seiner Hausbank gehe. Wenn er das Geld abgeholt habe, solle er es an einem bestimmten Ort ablegen, so sein Gesprächspartner. Dort würde es ein Täter abholen, den die Polizei dann festnehmen werde.

Soweit die Geschichte der Betrüger am Telefon, in deren Augen vermutlich schon die Dollar-Zeichen erschienen. Dabei hatten sie jedoch die Rechnung ohne den 71-Jährigen gemacht. Dieser schöpfte nämlich Verdacht und tat genau das richtige: Er rief die echte Polizei an – und erhielt die Bestätigung, dass die Geschichte, die er gehört hatte, der Fantasie von Betrügern entsprungen war. Und so ließ der Dortmunder sich zwar scheinbar auf die Forderungen der Anrufer ein, ging auch zu seiner Bank und deponierte schließlich eine – nur vorgeblich mit Geld gefüllte – Tasche an der verabredeten Stelle. Alles jedoch begleitet durch Beamte der Dortmunder Polizei.

Und diese schlugen sodann auch zu. Im Bereich Hagener Straße/Kirchhörder Berg stoppten sie ein verdächtiges Fahrzeug, das ihnen mehrmals in der Nähe des Übergabeortes aufgefallen war. Die beiden Insassen (19 und 27, beide aus Dortmund) nahmen sie an Ort und Stelle fest. Einen weiteren Tatverdächtigen (19, aus Dortmund) nahmen sie im Bereich der Olpketal-/Galoppstraße fest. Dieser hatte sich zuvor ebenfalls in dem Auto befunden.

Alle drei Tatverdächtigen führte der Weg anschließend statt zum großen Geld ins Polizeigewahrsam.

Die Ermittlungen dauern an.

Die Polizei möchte auch weiterhin verhindern, dass Betrüger als falsche Polizisten das Ersparte von Dortmunder und Lüner Bürgern erlangen. Deshalb gibt sie folgende Hinweise:

   - Wichtig: Die Polizei wird Sie nie anrufen und nach Wertsachen 
     fragen! Sie wird Sie zudem nie - wie es häufig bei dieser Masche
     geschieht - unter der Rufnummer 110 anrufen!
   - Es gibt vier Fragen, die Sie sich bei verdächtigen Anrufen 
     stellen können. Beantworten Sie nur eine mit "Ja", ist Skepsis 
     angebracht und Sie sollten auflegen! Werden Sie am Telefon nach 
     Geld gefragt? Nach Wertsachen? Werden Sie zur Verschwiegenheit 
     aufgefordert? Sollen Sie mit der 110 verbunden werden?
   - Allgemein gilt: Übergeben Sie Ihr Geld niemals an unbekannte 
     Personen!
   - Sind Sie unsicher, ob "echte" Polizeibeamte vor Ihnen stehen 
     oder anrufen, ziehen Sie Nachbarn oder Angehörige hinzu oder 
     besser: Rufen Sie die Polizei unter 110 an. Die Kollegen der 
     Leitstelle können herausfinden, ob an Ihrer Anschrift 
     Ermittlungen laufen.
   - Wichtig: Lassen Sie sich nicht mit der 110 oder angeblichen 
     Kollegen verbinden, drücken Sie nicht die Rückruftaste! Legen 
     Sie auf und wählen Sie selbst die 110.
   - Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei, wenn Sie einen 
     verdächtigen Anruf erhalten haben - egal, ob Sie den Betrug 
     erkannt und aufgelegt haben oder schlimmstenfalls Opfer geworden
     sind.
   - Häufig sind ältere Menschen die Zielscheibe von Trickbetrügern. 
     Deshalb ist der Polizei besonders wichtig: Informieren Sie 
     Seniorinnen und Senioren in Ihrem Umfeld und sprechen Sie über 
     die Maschen der Betrüger.
   - Die "jüngere Generation" kann Verwandte oder Bekannte auch mit 
     praktischen Maßnahmen unterstützen. Helfen kann zum Beispiel das
     Löschen des Telefonbucheintrags. Oft suchen die Täter noch immer
     über Vornamen nach potenziell älteren Menschen.

Quelle: Polizei Dortmund/ Presseportal

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