Jury stellt Siegerentwurf für Zukunftsgarten „Emscher nordwärts“ vor – Hansapark mit Wolkenspielplatz geplant

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Zur IGA 2027 soll in Dortmund der Zukunftsgarten „Emscher nordwärts“ entstehen. Der planerische Wettbewerb für das rund 35 Hektar große Gelände ist abgeschlossen. Der von der Jury favorisierte Entwurf beinhaltet z.B. einen Wolkenspielplatz und eine Blühlandschaft auf dem Deusenberg.

Die Metropole Ruhr wird 2027 die „Internationale Gartenausstellung“ (IGA) ausrichten. Teil der Gesamtausstellung werden sogenannte Zukunftsgärten sein – neben Dortmund auch in anderen Städten der Region. Mit dem Zukunftsgarten „Emscher nordwärts“ ist Dortmund neben Duisburg und Gelsenkirchen einer der drei Hauptstandorte der IGA 2027.

Der planerische Wettbewerb für den Zukunftsgarten in Dortmund ist nun abgeschlossen. In einer Jurysitzung am Donnerstag, 2. Juli, wurden die besten Entwürfe und Konzeptionen für das Stadtentwicklungsprojekt prämiert. Die Stadt Dortmund hat zusammen mit der IGA Metropole Ruhr gGmbH den internationalen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Er bildet die planerische Grundlage für den Zukunftsgarten.

16 internationale Büros haben sich am Wettbewerb beteiligt und ihre Vorschläge für den eintrittspflichtigen Bereich der Gartenschau eingereicht. Der Zukunftsgarten wird auf einem ca. 35 Hektar großen Gebiet rund um die Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde und den Deusenberg entstehen. Die grüne Achse insgesamt führt vom Phoenix See im Süden hoch bis zum sogenannten Mengeder Meer, dem Rückhaltebecken an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel.

In dem Gebiet liegen u.a. der Grünanger, die Brücke „Haldensprung“, das Bahnbetriebswerk Mooskamp und der fünf bis sechs Hektar große Technologiestandort „Energiecampus“.

Dauerhafte Veränderungen im Quartier

Die Planungen umfassen dauerhafte bauliche Maßnahmen, die den Standort und die umliegenden Quartiere nachhaltig aufwerten sollen – wie eine Brücke für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen als Querverbindung von Huckarde nach Deusen. Darüber hinaus sehen die Entwürfe besondere Blumen- und Freiluftschauen vor, die nur für die Dauer der IGA von April bis Oktober 2027 zu sehen sein werden.

Das Preisgericht favorisiert einen Entwurf von bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Mitglied der Bewerbergemeinschaft Wetzel & Von Setz GbR mit W&V Architekten als Fachplaner. Dabei handelt es sich zunächst um eine Empfehlung. Den Beschluss über die Realisierung treffen die zuständigen Gremien.

„Der Plan nimmt auch Wege auf, dei früher industriell genuztzt wurden und jetzt landschaftlich gestaltet werden.“, erklärt Planungsdezernent Ludger Wilde. Der Entwurf sieht einen zentralen Eingangsbereich vor, in dem das Gelände der Kokerei Hansa von Süden aus und nicht, wie aktuell, von der Seite betreten wird. „Die Besucher*innen schauen direkt auf die Rohre, Batterien und Türme der Kokerei. So weiß man sofort, wo man ist und bekommt Lust, mehr zu entdecken“, erläutert Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Vorgesehen ist, dass man vom Bahnhof Mooskamp bis zum HSP-Gelände fährt – den Punkt haben wir auf Arbeitsebene, in Anlehnung an das Projekt ‚Smart Rhino‘ ‚Rhinotopia‘ genannt – und von dort aus bis auf das IGA-Gelände.“

Moderne Mobilitätsformen

Sierau ergänzt: „Vorstellbar wäre, dass die Besucher*innen in den historischen Stadtbahnen mit Wasserstoffantrieb fahren – oder das Gelände zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen.“ Auch Nina Frense, Geschäftsführerin der IGA Metropole Ruhr gGmbH, betont, damit Gäste das Gelände erkunden können, sollten keine Parkhäuser angehäuft werden, sondern ein moderner Mobilitäts-Hub, auch für Formen der Elektromobilität, entstehen.

Wolkenmaschine als Attraktion

Entstehen soll der sogenannte „Hansapark“ mit einer Wolkenmaschine als Attraktion. „Ein Spielplatz, in dem technisch Nebel und Wolken produziert werden“, erklärt Landschaftsarchitekt Prof. Gerd Aufmkolk, Vorsitzender des Preisgerichts. Auf dem Deusenberg soll eine Blühlandschaft mit klimaangepassten Pflanzen entstehen. Aufmkolk: „Das Gelände leitet in seiner Weitläufigkeit in die westfälische Landschaft. Nach außen blickt man auf grüne und landwirtschaftlich genutzte Flächen, nach Innen auf die Stadt.“ Die Messlatte für die Zukunftsgärten liege hoch, denn die IGA stünde in der Tradition von Veranstaltungen, die den Strukturwandel voranbringen und für internationale Aufmerksamkeit gesorgt haben.

Frense zum von der Jury favorisierten Vorschlag: „Wir freuen uns über das Ergebnis, weil es in hervorragender Weise die Zukunftsthemen, die wir mit der IGA transportieren wollen, abbildet.“

Arbeiten sollen 2023 starten

Es soll nicht bis 2027 dauern, bis alle Elemente des Dortmunder Zukunftsgartens fertiggestellt sind. Die Hauptbauphase soll in den Jahren von 2023 bis 2025 stattfinden, die Gartenanlagen sollen von 2025 bis 2027 bepflanzt werden. Die Brücke, die über die zurzeit nicht überquerbaren Gleise der Deutschen Bahn führen soll, soll noch vor 2025 fertig werden.

Das Thema der IGA ist „Wie wollen wir morgen leben?“. Sierau sagt dazu: „Der Strukturwandel, den wir im Süden schon gut hinbekommen haben, soll auch ’nordwärts‘ passieren. Wir beantworten auch die Frage, wie man im postindustriellen Zeitalter mit industriellen Flächen umgeht. In Dortmund machen wir aus einem ehemaligen Industrierevier eine Gartenregion.“

Quelle: Stadt Dortmund

Bild: bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh

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