Neues Parkraumkonzept am Phoenix See soll Ordnung und Gerechtigkeit für alle bringen

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Der Phoenix See ist ein attraktives Ausflugsziel geworden. In der Vielfalt der Menschen treffen dort die unterschiedlichsten, teilweise nicht verträglichen Ansprüche an den öffentlichen Raum aufeinander: Entspannung in der Natur mit Kultur, ausgelassene Feier-Freude, Wohnen, Arbeiten. Jetzt wurde aus dem Bürgerdialog Phoenix See mit gutachterlicher Unterstützung ein Parkraumkonzept erstellt, das Ordnung und Gerechtigkeit für alle bringen soll.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat sich im Rahmen von Dialogveranstaltungen mit der Bürgerschaft, die seit Ende 2018 die Verbesserung der Situation vorantreiben, den Konflikte am Phoenix See angenommen. In den Dialogen werden alle Themen, die die Menschen im Quartier bewegen, erfasst und im Anschluss von der Stadtverwaltung bearbeitet. Viele Kritikpunkte der Bürger*innen konnten während dieses Dialogprozesses bereits verbessert werden. Das Thema Verkehr ist ein ganz besonderes, sodass zwischenzeitlich die Stadtverwaltung auch von der Bezirksvertretung Hörde mit der Überprüfung des Parkraumkonzepts beauftragt wurde.

Trotz der aufwändigen Vorbereitungen für ein Verkehrskonzept, konnten manche Maßnahmen bereits schnell umgesetzt werden, so z.B. die Fahrradstraße Am Kai sowie die Ordnung der Motorradstellplätze. Das Ordnungsamt hat seine Kontrollen deutlich erhöht, damit die geltenden Verkehrsregelungen eingehalten werden. Auch die Polizei, zuständig für den fließenden Verkehr, unterstützte die Stadt Dortmund durch viele Einsätze vor Ort.

Hoher Parkdruck

Gezeigt hat sich, dass die geltenden Verkehrsregelungen speziell beim Parken noch zu viel Freiraum lassen und enger definiert werden müssen, um das friedliche Miteinander am Phoenix See zu erreichen.

Der Verwaltungsvorstand hat dem von der Stadtverwaltung mit gutachterlicher Unterstützung erstellten Parkraumkonzept zugestimmt und an die politischen Gremien weitergeleitet.

„Entstanden ist ein Parkraumkonzept, das stimmig ist, mehr Ordnung und Gerechtigkeit für alle bringt“, sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Die Seebesucher*innen heißen wir weiterhin willkommen – das Parken in der besten Lage am See kann aber nicht mehr kostenlos sein.“

Die Verkehrserhebungen haben ergeben, dass auf den Straßen im direkten Umfeld des Phoenix Sees in nahezu allen erhobenen Zeitbereichen hoher bis sehr hoher Parkdruck herrscht. Es sind die Beschäftigten, Freizeitbesuche, Besuche der Gewerbebetriebe und Bewohner*innen, die einen Stellplatz suchen. Die Dauer des Parkens ist unterschiedlich und so werden die Stellplätze in den Straßen unterschiedlich effektiv genutzt.

Vor allem an Wochenenden bei schönem Wetter entsteht verstärkt Parksuchverkehr auch in den Wohnstraßen nördlich und südlich des Sees. Die Stellplätze im Straßenraum sind dann (fast) vollständig ausgelastet, während es noch freie Kapazitäten in den Parkhäusern an der Phoenixseestraße und an der Faßstraße gibt. Die niedrigen Parkgebühren an den wenigen vorhandenen Parkscheinautomaten auf der Südseite des Sees in Höhe von 50 Cent pro Stunde, die lediglich von Montag bis Samstag von 7:00 bis 19:00 Uhr gezahlt werden müssen, verstärken das Problem in den Straßen. Die Kosten in den Parkhäusern mit rund 1,50 Euro pro Stunde fallen deutlich höher aus.

Parkscheinpflicht soll ausgeweitet werden

Das neue Parkraumkonzept sieht nun vor, dass zukünftig die öffentlichen Stellplätze in den Straßen weitgehend mit einer Parkscheinpflicht versehen werden. Die maximal erlaubte Parkdauer bleibt wie bisher bei drei Stunden. Um zu berücksichtigen, dass viele Freizeitbesuche am See bis in den Abend dauern, werden die Zeiten ausgedehnt, in denen ein Parkschein gelöst werden muss. Ein Parkschein wird dort montags bis sonntags von 7:00 bis 21:00 Uhr notwendig. Die Menschen, die länger parken, sollen auf Parkhäuser oder Tiefgaragen ausweichen, die es rund um den See gibt.

Die Parkplätze an der Meinbergstraße westlich der B236 und nördlich des Kaiserbergs sind aktuell nicht annähernd so ausgelastet, wie die Straßen im direkten Umfeld des Sees. Durch eine Parkscheiben-Pflicht werden sie zukünftig im Vergleich zum Parken im kostenpflichtigen Straßenraum attraktiver. Die Parkscheibe wird montags bis samstags von 7:00 bis 21:00 Uhr Pflicht; maximal drei Stunden können so geparkt werden. Sonntags entfällt die Parkscheibe, so dass Besucher*innen ein längeres Parken möglich bleibt.

Die wenigen Stellplätze in verkehrsberuhigten Bereichen, besser bekannt als Spielstraßen, erhalten keine Parkscheinpflicht. Dafür hätte die Spielstraßen-Regelung aufgehoben werden müssen. Die Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität stehen aber hier im Vordergrund.

Für Bewohner*innen sind zwei Bereiche vor Ort zu unterscheiden

Die neuen Wohngebäude im direkten Umfeld des Sees (Am Kai, Phoenixseestraße, An den Emscherauen etc.) sowie die neuen Gebäude an der Weingartenstraße und Am Remberg sind nach der geltenden neuen Bauordnung genehmigt worden und haben ihren Stellplatzbedarf auf eigenem, privatem Grund errichtet. Sie haben keinen zusätzlichen Anspruch an den öffentlichen Raum, da sie ausreichend Stellplätze auf ihren Grundstücken errichten mussten.

Anders verhält es sich mit den alten Gebäuden entlang des Straßenzugs Weingartenstraße-Am Remberg (bis Kohlensiepenstraße), die bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden sind und deren Grundstücke überwiegend keine Abstellmöglichkeiten bieten.

Einrichtung einer Bewohnerparkzone

Aus diesem Grund wurde aus dem Untersuchungsbereich Pheonix See eine Bewohnerparkzone „Weingartenstraße“ entwickelt, die die Straßenzüge Am Remberg und Weingartenstraße zwischen den Einmündungen Willem-van-Vloten-Straße und Steinkühlerweg umfasst.

Die Bewohnerparkzone unterscheidet sich in ihrer Bewirtschaftungsform von den übrigen Straßen im nahen Umfeld des Sees, da die Bewohner*innen in dieser Zone mit einem Bewohnerparkausweis eine kontrollierbare Berechtigung erhalten, im öffentlichen Straßenraum dieser Zone zu parken, ohne einen Parkschein zu lösen. Bewohner*innen können mit einem Bewohnerparkausweis an nahezu allen Stellplätzen innerhalb der eingerichteten Zone kostenfrei und zeitlich unbegrenzt parken.

Mit Einrichtung der Bewohnerparkzone werden die berechtigten Bewohner*innen informiert. Der Bewohnerparkausweis kostet zurzeit eine Bearbeitungsgebühr von 30,70 Euro pro Jahr und wird in der Bezirksverwaltungsstelle Hörde zu bekommen sein.

Verstärkte Verkehrsüberwachung

Um die Einhaltung der Regeln sicherzustellen, muss die Verkehrsüberwachung ausgeweitet und häufiger wiederholt werden. Die Erfahrung der Stadtverwaltung aus anderen Gebieten zeigt, dass bei nachlassenden Kontrollen schnell wieder altes regelwidriges Verhalten einsetzt. Zudem ist das Quartier des Phoenix Sees von zahlreichen Besucher*innen geprägt, sodass der „Lerneffekt“ bezogen auf das Parkverhalten einen längeren Prozess darstellt. Deshalb sieht der Beschluss vor, die Verkehrsüberwachung im Ordnungsamt mit vier neuen Mitarbeiter*innen personell zu verstärken.

Die Verwaltung geht davon aus, dass mit diesen Maßnahmen die Parkraumprobleme wesentlich entschärft werden und so künftig ein vernünftiges Miteinander der verschiedenen Nutzungen möglich wird.

Die Einrichtung der Parkscheinautomaten wird eine Investition von 98.000 Euro bedeuten.

Die Vorlage wird in den beiden zuständigen Bezirksvertretungen Aplerbeck und Hörde und in den Fachausschüssen beraten. Der Ratsbeschluss soll im Dezember 2020 gefasst werden.

Quelle: Stadt Dortmund

Bild: Stadt Dortmund/ Roland Gorecki

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