Deutliche Worte: Dortmunder Polizei fordert Ausschluss der Fußball-Chaoten

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Sichergestellte Stöcke/Rohre. (Foto: Polizei Dortmund)
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Rückblick auf das 151. Derby.

Die Polizei fasste am Dienstag die Bundesliga-Begegnung zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke in einer langen Pressemitteilung zusammen und stellte deutliche Forderungen an Vereine und den DFB.

Entsetzt und verärgert war Polizeipräsident Gregor Lange über das Verhalten der Ultra-Gruppierungen und zeigte dies mit deutlichen Worten:

„Nur dank intensiver und gewissenhafter Vorbereitung und mit aufwändigen Polizeimaßnahmen ist es wieder gelungen, ein Aufeinandertreffen gewaltbereiter Ultras im öffentlichen Raum zu verhindern. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn diese Ultra-Gruppen von BVB und S04 tatsächlich aufeinander getroffen wären. Wir hätten wahrscheinlich massive Ausschreitungen mit vielen Verletzten zu beklagen.“ Lange äußerte zudem sein Unverständnis darüber, dass das Schalker Fanprojekt kurz zuvor die Zusammenarbeit im „Arbeitskreis Derby“ aufgekündigt hatte.

Am 25. November ignorierten insbesondere Ultras aus Gelsenkirchen das gemeinsam abgestimmte Anreisekonzept „Neue Wege“, das eine sichere An- und Abreise gewährleisten sollte. Die Störer konnten jedoch frühzeitig erkannt und isoliert werden. Wahrscheinlich verhinderte die Polizei so Schlimmeres.

679 zum Teil bewaffnete Schalker setzten die Beamten an der Kuithanstraße, weitere 53 an der Rheinischen Straße fest. Die Beamten fanden unter anderem 40 Gebissschutze, 188 Masken und anderes Vermummungsmaterial, 3 Paar Quarzhandschuhe, 2 Stangen bzw. Rohre (s. Foto) und ein Scheckkartenmesser.

Auch der Dortmunder Fanmarsch verursachte Ärger: Durch Glasbruch verursachten die Mitlaufenden eine wahre Scherbenstrecke, die Straße musste gesperrt werden. Gewaltbereitschaft war auch hier deutlich erkennbar, von „schier unfassbarer Selbstverständlichkeit“, mit der die Dortmunder Ultras ganze Straßenzüge blockierten und Pyrotechnik zündeten, spricht die Polizei. Die Chaoten warfen Pyrotechnik auf Polizisten und versuchten, zu den festgesetzten Schalkern durchzubrechen.

Diese Vorkommnisse bestätigen, dass die Forderungen der Polizei nach personalisiertem Ticketing und einem Voucher-System Hand und Fuß hat: „Keine Ausgabe und kein Verkauf von Karten für Angehörige sogenannter Problemfangruppen“, fordert die Polizei klar und deutlich.

Und Polizeipräsident Lange geht noch weiter. „Alle Verantwortlichen müssen diese Chaoten zur Rechenschaft ziehen – bis hin zu lebenslangen Stadionverboten“, fordert er. „Die gewaltbereite Problemfanszene beider Vereine ist eine Zumutung für die fast 80.000 friedlichen Fußballfans und alle anderen Dortmunder. Vereine und der DFB müssen alles daran setzen, um identifizierte Krawallmacher und Störer vom Fußball fern zu halten.“

Die Zahl der Polizeibeamten, die ganzjährig mit Fußball beschäftigt sind, beläuft sich derzeit auf 59 Kräfte, die bei der Kriminalitätsbekämpfung – insbesondere bei Bekämpfung von Extremismus, Abwehr terroristischer Gefahren und Bekämpfung von Wohnungseinbruchsdiebstahl – fehlen.

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