Laut Statistik: Dortmunder Straftaten sinken auf 15-Jahrestief

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Quelle: Pixabay
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Nunmehr im vierten Jahr in Folge ist die Kriminalität im Zuständigkeitsbereich der Polizei Dortmund um weitere 1462 Straftaten oder 2 Prozent auf den seit über 15 Jahren tiefsten Stand von 71.818 angezeigten Straftaten gesunken (Dortmund: 66.327 – Lünen:5491). Seit dem letztmaligen Anstieg im Jahr 2014 um rund 6,4 Prozent auf den gewaltigen Höchststand von knapp 94.000 Straftaten konnte die Kriminalität in den Jahren 2015 bis 2018 kontinuierlich um insgesamt 22.000 Taten oder 23,5 Prozent gesenkt werden.

Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote der Polizei Dortmund mit rund 57 Prozent auf dem 20-Jahres-Hoch des Vorjahres gehalten werden. Diese Zahlen nannten Polizeipräsident Gregor Lange und der Leiter der Direktion Kriminalität, Leitender Polizeidirektor Walter Kemper, heute bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2018 in Dortmund.

Der Dortmunder Polizeipräsident machte deutlich, dass nach den hohen Zahlen im Jahr 2014 personell und organisatorisch viel verändert wurde. Ein Gesamtkonzept aus speziellen Ermittlungskommissionen, Präsenzkonzepten, der Verstärkung verdeckt arbeitender Einsatztrupps sowie der uniformierten Präsenz, aber auch punktuell die Maßnahmen der Videobeobachtung kennzeichnen die Arbeit der Dortmunder Polizei in den letzten Jahren. Hinzu kommen Schwerpunkteinsätze mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei und die intensivierte Zusammenarbeit mit Sicherheitspartnern wie die Stadt, die Staatsanwaltschaft, der Zoll und die Bundespolizei. Das Ziel dieses Konzeptes ist eindeutig: Kriminelle Bandenstrukturen sollen zerschlagen und Tatserien aufgeklärt werden. Letztlich wurde so ein hoher Strafverfolgungs- und Kontrolldruck aufgebaut, die heute präsentierten Zahlen untermauern dieses eindrucksvoll.

Gregor Lange erklärte: „Die heute vorgelegten Zahlen und auch die Entwicklung der letzten Jahre zeigen, dass der demokratische Rechtsstaat die Mittel hat, seine Bürgerinnen und Bürger effektiv zu schützen. Die Menschen können auf den Rechtsstaat vertrauen. Es ist aber auch klar; hinter dieser Arbeit stecken Polizistinnen und Polizisten, die mit viel Engagement, ihrem Wissen und Können zu dieser erfolgreichen Entwicklung beigetragen haben. Dafür gilt Ihnen mein herzlicher Dank!“

Eine bemerkenswerte Entwicklung gibt es im Bereich des Wohnungseinbruchs: Nach dem Höchststand im Jahr 2015 mit über 3700 Taten (Dortmund: 3357, Lünen: 355) gingen auch hier die Zahlen kontinuierlich zurück. Mit 1783 Wohnungseinbrüchen (Dortmund: 1584, Lünen: 199) wurde der niedrigste Stand der letzten 15 Jahre erreicht und die Zahl von 2015 konnte mehr als halbiert werden. Der Rückgang zum Vorjahr fällt mit 432 Taten erneut stark aus.

Die Polizei Dortmund macht es Einbrechern immer schwerer, aber auch die Wohnungsinhaber von Dortmund und Lünen machen es Langfingern immer schwieriger: Die Versuchsquote lag im Jahr 2018 bei 48,5%. Die Experten aus dem Bereich der Einbruchsprävention werden nicht nachlassen und versuchen, auch diese Quote noch zu steigern.

Weitere signifikante Rückläufe verzeichnete die Polizei im Jahr 2018 in den folgenden Bereichen:

   -	Die Gewaltkriminalität weist mit 2897 Straftaten einen Rückgang 
um 6,8% auf, die Straßenkriminalität ist mit 1,2%leicht rückläufig 
auf mittlerweile 17.305 Straftaten, beide Werte markieren 
Tiefststände der letzten Jahre. -	Die Anzahl der Straßenraube in 
Dortmund und Lünen sinkt um 11% zum Vorjahr und weist mit 399 
(Dortmund: 379, Lünen: 20) Taten die niedrigste Anzahl der letzten 15
Jahre auf. -	501 Straftaten weniger als im Vorjahr registrierte die 
Polizei im Bereich des Taschendiebstahls. 2207 Taschendiebstähle 
(Dortmund: 2119, Lünen: 88) im Jahr 2018, somit konnten die hohen 
Zahlen aus dem Jahr 2014 ebenfalls mehr als halbiert werden.

Nahezu verdoppelt hat sich im letzten Jahr die Anzahl der Mehrfachtäter. Der Leiter der Direktion Kriminalität, LKD Kemper äußert dazu: „Wir werden weiterhin mit unserem bewährten Ermittlungskommissionen daran arbeiten, diese Mehrfach-/ und Intensivtäter mit einem hohen Ermittlungsdruck zu belegen und solche kriminellen Karrieren entweder zu stoppen oder sie einer Strafe zuzuführen. Dazu wird auch weiterhin unser Jugendkommissariat im Haus des Jugendrechts intensiv zu beitragen!“

In diesem Zusammenhang kann auch die Entwicklung in der Nordstadt positiv betrachtet werden:

Die Dortmunder Polizei hat die Nordstadt schon frühzeitig zu einem behördenstrategischen Schwerpunkt erklärt. Zahlreiche Präsenz- und Schwerpunkteinsätze, der Schwerpunktdienst Nordstadt, der Einsatztrupp in der Nordstadt und in jüngster Zeit die Ermittlungskommission „Nordstadt“ mit ihrer sehr engen Zusammenarbeit mit den Nordstadtstaatsanwälten wirken offensichtlich in kriminellen Kreisen abschreckend:

So ist die Anzahl der im Zuständigkeitsbereich der Polizeiwache Nord angezeigten Straftaten um 7% auf 11.849 zurückgegangen. Im Jahr 2015 wurden hier noch fast 16.000 Straftaten registriert. Der Dortmunder Polizeipräsident beschreibt diese Entwicklung so: „Knapp über 4000 Straftaten weniger bedeutet auch knapp über 4000 Opfer weniger; ein großer Schritt für die Lebensqualität in der Nordstadt!“

Die Zahlen der Gewaltkriminalität (-4,2%), der Straßenraube (-14,4%), der Wohnungseinbrüche (-37,1%) sowie der Taschendiebstähle (-12,8%) haben sich ebenfalls sehr erfreulich entwickelt. Für die Dortmunder Polizei bedeutet dieses, nicht nachzulassen und dran zu bleiben! Aber auch: An die gesamte Gesellschaft zu appellieren, mit ihren Bemühungen rund um die Nordstadt nicht nachzulassen!

Einen Anstieg verzeichnete die Polizei bei den Sexualdelikten (+170 Fälle). Mit 858 Straftaten (Dortmund: 789, Lünen: 69) handelt es sich um die höchste Zahl der letzten Jahre. Der Anstieg erklärt sich aus einer deutlichen Zunahme der Fallzahlen im Bereich der sexuellen Belästigung sowie der sexuellen Nötigung und des sexuellen Missbrauchs, hier jedoch in der Form der exhibitionistischen Handlungen. Der immer noch recht neue Paragraph 184i STGB und die nach wie vor sehr hohe Anzeigebereitschaft der Opfer nach der Silvesternacht in Köln und der „#METoo“-Kampagne dürften verantwortlich für einen großen Teil dieser Zunahme sein.

Der Dortmunder Polizeipräsident bestärkt die Opfer, sich sehr niedrigschwellig der Polizei anzuvertrauen: „Die öffentlichen Diskussionen um das Thema Belästigung und sexuelle Nötigung hat die zumeist weiblichen Opfer selbstbewusster und wehrhafter gemacht. Das begrüße ich außerordentlich und ermutige weiter dazu, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.“

Leicht gesunken sind die schwereren Straftaten im Bereich der Sexualdelikte. So sind die Zahlen der Vergewaltigungsdelikte leicht zurückgegangen.

Eine bedenkliche Entwicklung hat sich im Jahr 2018 fortgesetzt: Die Gewalt gegen Vollstreckungsbeamte ist erneut erheblich gestiegen. Mit einem Zuwachs von rund 30 Prozent haben wir nunmehr einen erschreckenden Höchststand erreicht. Die Polizei zählte im vergangenen Jahr 808 Delikte in diesem Bereich (Dortmund: 740, Lünen: 68).

Gregor Lange machte deutlich: „Dieser Anstieg ist nicht hinnehmbar! Der Respekt gegenüber der Staatsgewalt sinkt und die Angriffe auf Vollstreckungs- und auch Polizeibeamte nehmen zu. Gerade diejenigen, die sich für Recht und Ordnung einsetzen und anderen Menschen helfen, müssen um ihre Gesundheit im Dienst fürchten. Wichtig sind eine stringente Reaktion der Justiz und eine gesellschaftliche Ächtung dieses Verhaltens. Diesem Phänomen entgegenzusteuern, das habe ich zu einer Führungsaufgabe bei der Dortmunder Polizei erklärt. Mir ist wichtig, dass unsere Beamtinnen und Beamten im Einsatz den Rücken gestärkt bekommen!“

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