Gemälde aus dem Dortmunder Brauerei-Archiv gehen ins Museum

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Im Bild v.l.: Christian Heinrich Brand, Elisabeth Brand, Dr. Jens Stöcker, Dr. Karl-Peter Ellerbrock. / Foto: WWA/Oliver Schaper
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Westfälisches Wirtschaftsarchiv übergibt wertvolle Gemälde ans Museum für Kunst- und Kulturgeschichte 

Bereits in der vergangen Woche übergab das Westfälische Wirtschaftsarchiv (WWA) wertvolle Gemälde an das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte (MKK). Die Gemälde stammen aus dem Dortmunder Brauerei-Archiv. Die Bilder weilten bis vor einigen Monaten noch bei der Familie Brand, die ehemalige Inhaberfamilie der Kronen-Brauerei, bis sich Elisabeth und ihr Sohn Christian Brand dazu entschlossen, sie dem WWA anzuvertrauen. Schließlich arbeiten die Brands schon seit den 1970er-Jahren mit dem Archiv zusammen. Es geht um die Erhaltung historischer Zeugnisse und die geschichtliche Aufarbeitung der Dortmunder Brauereigeschichte. Über 133 laufende Meter umfasst der Bestand der Kronen-Brauerei im WWA. Die von der Familie gesammelten Dokumente dokumentieren in der Zusammenschau ein wichtiges Kapitel der Dortmunder Gesellschaftsgeschichte, insbesondere die Geschichte des Wirtschaftsbürgertums und ist eine wertvolle Ergänzung zu den schriftlichen Zeugnissen der Familie und des Unternehmens.

Gemälde sind jedoch kein klassisches Archivgut. Das Wirtschaftsarchiv  gibt die Sammlung als Dauerleihgabe in die Obhut des MKK. „In einem Haus wie dem MKK, wo es Gemäldefachleute, die Technik für die Restaurierung der einzigartigen Werke und große Ausstellungsräume gibt, sind die Bilder besser aufgehoben,“ erklärt Dr. Karl-Peter Ellerbrock, Direktor des Westfälischen Wirtschaftsarchivs. Nun werden die Relikte aus der Geschichte der Bierstadt Dortmund von den Gemälde-Fachleuten im MKK fachkundig restauriert und anschließend ausgestellt. Beide Häuser  bekräftigen mit der Gemälde-Übergabe ihre gute Zusammenarbeit. „Wir wollen künftig einen engen Austausch pflegen, wenn es um die Erhaltung von wertvollem Kulturgut unserer Stadt geht. Archive und Museen sind nur zusammen zu denken,“ betont Dr. Jens Stöcker, Direktor des Dortmunder Museums für Kunst- und Kulturgeschichte.

Der Fundus umfasst unter anderem Portraits von Heinrich Wenker und Oscar Brand. Heinrich Wenker (1825-1905) übernahm 1852 die Braustätte „Krone am Markt“ und legte kurz darauf den Grundstein für sein großes Brauereigelände auf der Kronenburg. Dort begann er mit der industriellen Produktion des berühmten Kronenbiers – der Bierausstoß betrug im Jahre 1874 satte 41.000 Hektoliter. Noch heute wird im „Wenkers“ am Alten Markt in Dortmund ein Bier nach dem Rezept des alten Braumeisters ausgeschenkt. Wenkers Schwiegersohn Oscar Brand (1866-1945) übernahm die Geschäftsführung der Kronenbrauerei im Jahre 1894. Die Brauerei blieb die folgenden Jahrzehnte im Familienbesitz und stieg in den 1960er-Jahren zur größten Privatbrauerei der Bundesrepublik und Hektoliter-Millionär auf. Die Kronen-Brauerei übernahm namhafte Dortmunder Brauunternehmen wie Stifts und Thier, bevor sie selbst 1996 von der Dortmunder Actien-Brauerei (DAB), die zur Radeberger Gruppe gehört, gekauft wurde.

Kontakt

Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv
Märkische Straße 120
D- 44141 Dortmund
Telefon: 0231-5417-296
Telefax: 0231-5417-117
wwado@dortmund.ihk.de

Quelle: http://www.dortmund.ihk24.de 

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