Aus Dortmund für die Region

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Symbolbild Dortmund (Rundblick)
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Dortmund bringt seine Projekte in die Ruhrkonferenz für einen erfolgreichen Strukturwandel ein

Die Verwaltungsspitze befasste sich auf ihrer Sitzung am Dienstag, 22. Januar, mit den Dortmunder Vorschlägen für die Ruhrkonferenz der Landesregierung NRW. Vorlage und Projektliste werden nun dem Rat (21. Februar) zum Beschluss der Projektliste (29 Einzelprojekte) vorgelegt.

Stadt nimmt Aufforderung des Landes gerne an

Die von der Landesregierung initiierte Ruhrkonferenz wird von der Stadt Dortmund ausdrücklich begrüßt. Die Ruhrkonferenz soll die Zukunft des Ruhrgebietes aktiv gestalten. Die Region Ruhr soll zu einer erfolgreichen, wettbewerbsfähigen und lebenswerten Metropolregion im digitalen Zeitalter weiter entwickelt werden.

Die Akteure der Region sind nun dazu aufgefordert sich mit Ideen, Projekten und ihrem Wissen aktiv in den Gestaltungsprozess einzubringen. Die Landesregierung hat dazu 20 Themenforen aufgesetzt (siehe Anlage 1), die sich um die relevanten Bereiche des Lebens (Verkehr, Bildung, Sicherheit, Gesundheit, Umwelt, Stadt- und Landschaftsplanung etc.) kümmern. Die Stadt Dortmund nimmt die Aufforderung gerne an, sich aktiv in die Ruhrkonferenz einzubringen und an der Aufstellung einer nachhaltig zukunftsorientierten Metropole Ruhr mitzuwirken.

Dortmund kann Mehrwert für Metropole Ruhr schaffen

Hierzu hat Dortmund bereits gute Vorarbeit geleistet. Mit vielen, auch ausgezeichneten Projekten, hat Dortmund gezeigt, dass es den Strukturwandel kann. Und es gibt weiterhin viele Ideen und Projekte, die noch umzusetzen sind. Dortmund kann einen deutlichen Mehrwert für die Metropole Ruhr schaffen. Viele Themen (siehe Anlage 2) sind Querschnittsthemen, d.h. sie berühren gleich mehrere Themenforen. Die Stadt Dortmund sieht die „Ruhrkonferenz“ als einen offenen und dynamischen Prozess an. Daher kann die dem Rat zugeleitete Vorlage mit den dargelegten Projekten nur ein erster Anfang sein.

Dortmund: Technologie, Dienstleistung, Wissenschaft

Dortmund hat seit dem Ende der 90er Jahre seine montanindustrielle Vergangenheit endgültig hinter sich gelassen und sich in den letzten Jahren zu einem ökonomischen „Tausendfüßler“ mit einer technologieorientierten diversifizierten mittelständischen Struktur entwickelt. Dortmund hat sich gewandelt: Von einem der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands hin zu einer dienstleistungsorientierten Wissenschaftsregion. Von einer Stadt, in der Kohle, Stahl und Bier der oft besungene Dreiklang war, hin zu einer Stadt des Multiklangs, in der Informationstechnologie, Logistik, Biotech, Mikro- und Nanotechnologie, Stahlveredelung, Maschinenbau u.v.m. heute eine wichtige Rolle spielen.

Strategie der Nachhaltigkeit

Eine Antwort auf die Transformation der Region ist eine Vier-Säulen-Nachhaltigkeitsstrategie (Ökonomie, Ökologie, Soziales, Zivilgesellschaft), die sich jeweils an konkrete Projekterfordernisse anpasst. Dortmund und die Metropole Ruhr gelten weltweit als best practice für eine Nachhaltigkeitsorientierung im Strukturwandel.

Die Entwicklung Dortmunds zum Hochtechnologiestandort ist dem aktionsorientierten Dortmund-Ansatz zu verdanken. Eine neue Planungskultur, ein kommunaler Investitionsrahmen und eine integrierte Wirtschaftsförderung haben einen nachhaltigen Mehrwert geschaffen. Eine stadtweite Gesamtstrategie schafft ein „neues Dortmund“. Neue Wirtschaftszweige werden ergründet. Public Privat Partnerships werden aus der Taufe gehoben. Dabei sieht sich die Stadtverwaltung nicht als Verwalterin, sondern als Managerin von Prozessen.

Diverse erhaltene Preise zeigen, dass Dortmund mit seiner Strategie richtig liegt: Der kürzlich an Dortmund verliehene „ Deutsche Städtebaupreis 2018 “ für die besonderen Entwicklungsstrategien des Dreiklanges der Stadtentwicklung Phoenix West – Hörde Zentrum – Phoenix See, bestätigt, dass Dortmund auf dem richtigen Weg ist. Die verliehenen Preise sind Ansporn für weitere Projekte.

Region muss sich nicht verstecken

Dortmund und die Metropole Ruhr sind auf einem guten Weg, haben aber in ihrer heterogenen Struktur Nachholbedarf. Die Ruhrkonferenz wird hier als Plattform zeigen, dass sich die Region nicht verstecken muss. Dortmund will keine Jammerkonferenz, denn die Region hat viel vorzuzeigen. Trotzdem: Die Ruhrkonferenz wird neben einer Präsentationsplattform auch einen kräftigen Anschub für die Region und ihre Menschen leisten müssen. Die Menschen setzen darauf.

Dass die Stadt Dortmund bereit ist, für die ganze Region (und damit darüber hinaus) einen Beitrag zu leisten, ist selbstverständlich. Dortmund hat bewiesen, dass es den Strukturwandel und damit auch systembildende Projektentwicklung erfolgreich angegangen ist.

Neue urbane Qualitäten durch Wohnen und Arbeiten

Das Kernthema Dortmunds ist die Flächenentwicklung und zwar im Gesamtkonstrukt des Strukturwandels. Ein Beispiel: die Entwicklung der Fläche des Technologie- und Dienstleistungsstandortes Phoenix West. Das internationale Unternehmen „World of Walas“ wird den ehemaligen Hochofen gemeinsam mit der Stadt zu einer Heimat „für neue Ideen in Technologie, Dienstleistung, Landwirtschaft und Unternehmertum sowie zu einem Ort, an dem Menschen gerne leben, arbeiten, sich erholen und kreativ sind“ entwickeln.

Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 wird kommen. Ein Hauptstandort wird die Stadt Dortmund sein. Dazu plant die Stadt ein blau-grünes Band von „Meer zu Meer – vom Phoenix See bis hin zum ‚Mengeder Meer'“ (Volksmund) in Castrop-Rauxel. Ein weiterer Beitrag zur IGA 2027 wird die Entwicklung des Standortes „Hoesch-Spundwand und Profil GmbH“ (HSP) sowie die ehemalige Kokerei „Hansa“ mit ihrem Umfeld sein. Im Zuge des Dekadenprojekts „nordwärts“ wird entlang der Emscher ein großräumiges, innovatives und zukunftsweisendes Wohn-, Gewerbe- und Freizeitband entwickelt.

Folgende Wirtschaftsflächen werden stadtweit mobilisiert:

  • Kraftwerk Knepper (gemeinsam mit der Stadt Castrop-Rauxel)
  • Digitaler Hafen (Digital Campus)
  • Entwicklung von Standortpotenzialen der Westfalenhütte
  • Zeche Gneisenau
  • die Fläche nördlich vom Hauptbahnhof

Wenn diese Flächen entwickelt sind, entstehen weitere neue urbane Qualitäten für Wohnen, Freizeit und Arbeiten – für Menschen, die in Dortmund ihren Lebensmittelpunkt haben und haben werden.

Dortmund – eine Zuwanderungsstadt

Dortmund ist eine moderne und traditionsbewusste Stadt, pulsierend und dynamisch. Das rührt daher, dass Dortmund schon seit dem 18. Jahrhundert eine Zuwanderungsstadt ist. Offen für alle, die auf Dauer hier bleiben und sich auf Basis unseres Demokratieverständnisses in die Gestaltung der Dortmunder Stadtgesellschaft einbringen wollen. Wenn das so bleiben soll, muss über die Integration und Zuwanderung von neuzuwandernden Menschen, die als EU-Bürger oder als Flüchtlinge oder deren Angehörige nach Dortmund kommen, intensiver diskutiert werden.

Ein Problem ist die Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit. Wenn hier eine höhere Investition in die Zukunft stattfände, wäre allen auf Dauer mehr gedient. Das Dortmunder Modellprojekt der Kommunalen Arbeitsmarktstrategie hat Wirkung gezeigt und belegt die Notwendigkeit zum Aufbau eines sozialen Arbeitsmarktes für besonders arbeitsmarktferne Personengruppen. Dies und sollte auf die gesamte Metropole Ruhr übertragen werden.

Bildung ist und bleibt der Schlüssel einer besseren Zukunft von Kindern und Jugendlichen. Eine verbesserte Personalausstattung mit multiprofessionellen Teams durch das Land, gezielt eingesetzt in den Kommunen, hilft, Integration spürbar zu verbessern und Chancen für alle jungen Menschen zu nutzen. Das Ruhrgebiet braucht Bildungsorte mit Strahlkraft als Talentschmieden für die Zukunft.

Schwarmintelligentes Denken

Die Stadt Dortmund möchte, dass Ergebnisse von bereits geplanten Veranstaltungen auch immer in Zusammenhang mit den Themenforen der Ruhrkonferenz mitgedacht werden. Schwarmintelligentes Denken könnte hier das Stichwort sein. Folgende Formate sind bereits geplant:

  • Europaministerkonferenz, 2019
  • Hauptversammlung Deutscher Städtetag, 2019
  • Evangelischer Kirchentag, 2019
  • World Urban Forum, 2022 (Bewerbung)
  • Abschluss „nordwärts“, 2025
  • Internationale Gartenausstellung, 2027
  • Olympia an Emscher, Rhein und Ruhr, 2032 (Idee)
  • UN-Habitat IV, 2036 (Idee)

Die Stadt Dortmund hat mit ihrem reichen Erfahrungsschatz die Fertigkeit, genannte Formate und Projekte für die Region durchzuführen. Sie ist bereit. Damit sind die Dortmunder Projekte als Knotenpunkte für ein metropolitan überspannendes Projektnetz für die ganze Region zu verstehen.

Quelle: Stadt Dortmund

 

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