Dortmunder Denkmalhefte – Neue Ausgabe zu Bestattungen und Gebäude an St. Petri erschienen

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19. Denkmaltag / Bild: Stadt Dortmund
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Die neue Ausgabe der Reihe „Dortmunder Denkmalhefte“ stellt die Ausgrabungen an der St. Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt 2012 in den Mittelpunkt. „Am Wegesrand – Von Bestattungen und Gebäuden an der St. Petrikirche“ ist der Titel der neunten Publikation.

„Guck mal, Skelette!“ Bei den Ausgrabungen an der St. Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt 2012 war der Bauzaun ständig umlagert. Die Archäologen hinter den Gittern fühlten sich wie Zootiere, die in ihren Gehegen von Besuchern besichtigt wurden. Die Erkenntnisse der Ausgrabungen hat Dr. Mathias Austermann, Archäologe und ausgewiesener Kenner westfälischer Fundmaterialien, in der neuen Ausgabe der Dortmunder Denkmalhefte zusammengetragen. Der Titel: „Am Wegesrand – Von Bestattungen und Gebäuden an der St. Petrikirche“. Der Autor Dr. Mathias Austermann hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit christlichem Bestattungswesen und früher Stadtentwicklung beschäftigt.

Von Skeletten überrascht

Viele Dortmunder waren überrascht, als die Archäologen bei den Ausgrabungen an der St. Petrikirche 2012 Skelette freilegten. Kaum jemand nimmt heute noch die Plätze um die Dortmunder Stadtkirchen als ehemalige Friedhöfe wahr. Doch diese Kirchhöfe dienten auch als Bestattungsorte der zugehörigen Gemeinden, wie der an der St. Petrikirche mit ihrem etwa 500 Jahre alten Friedhof.

Seit einigen Jahren legt die archäologische Forschung verstärkt ihren Fokus auf die Untersuchung christlicher Gräber. Entgegen bisheriger Annahmen sind sie nicht einheitlich ausgestattet. Sowohl die unterschiedlichen Konfessionsrichtungen als auch Statusdenken und Standesbewusstsein drücken sich im Bestattungsritus aus – trotz des christlichen Grundgedankens, dass vor Gott alle Menschen gleich sind. Bei jedem archäologischen Spatenstich in Friedhofserde wird deutlicher, dass sich die vermeintliche Gleichheit im Verlauf der Neuzeit mehr und mehr auflöst und sich zahlreiche regionale, religiöse, soziologische und chronologische Differenzierungen herausbilden.

Die Entwicklung christlicher Bestattungsbräuche mit Schmuck, Totenkronen und Beigaben sind eines der spannenden Themen in dem neuen Heft. Genauso aufschlussreich sind Erkenntnisse zur frühen Stadtentwicklung Dortmunds. Denn für die Errichtung der St. Petrikirche wurde bebautes Land neu genutzt und weiter entwickelt.

Dank an ehrenamtlich aktive Denkmalschützer

Die Heftreihe „Bausteine und Fundstücke – Dortmunder Denkmalhefte“ macht Expertenwissen zugänglich und trägt das Anliegen des Denkmalschutzes verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Gleichzeitig sind die Veröffentlichungen ein Dankeschön für das beeindruckende historische Engagement der zahlreichen ehrenamtlich aktiven Bürger und Denkmaleigentümer.

Das neue Heft ist bereits die neunte Publikation der Reihe „Bausteine und Fundstücke – Dortmunder Denkmalhefte“. Es liegt kostenlos aus im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt (Burgwall 14), im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (Hansastraße 3) und im Stadtarchiv (Märkische Straße 14) – solange der Vorrat reicht. Alle älteren Hefte stehen ebenfalls kostenlos zur Verfügung.

Denkmalbehörde

Quelle: Stadt Dortmund

 

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