Forschung – Die Vermessung von Himmel und Erde: Jahrestagung der Gesellschaft für Archäoastronomie im Dortmunder MKK

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Von links: Dr. Werner Beckmann (Referent, Mundartarchiv Sauerland), Dr. Burkard Steinrücken (Leiter der Sternwarte Recklinghausen und Vorstandsmitglied der GfA), Ingo von Stillfried (Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V.) und Ralf Koneckis (Dortmunder Mitglied der GfA) Bild: Katrin Pinetzki / Stadt Dortmund
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Die „Gesellschaft für Archäoastronomie“ (GfA) hält ihre Jahrestagung zum ersten Mal in Dortmund ab: Vom 28. Juni bis 1. Juli treffen sich rund 40 Mitglieder und Tagungsgäste im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte sowie im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek. Motto der Jahrestagung ist „Maß und Mythos, Zahl und Zauber – Die Vermessung von Himmel und Erde“ – passend zum Tagungsort MKK, das eine eigene Sammlung zur Geschichte der Vermessung besitzt.

In den Tagungsbeiträgen und -vorträgen geht es z.B. um den Sternenbilderhimmel und die Astralmythen verschiedener Völker, um die Mess-Methoden der alten Ägypter, Griechen und Römer, um Vermessung mit Hilfe der Astronomie oder um „Astronomische Untersuchungen der Nasca-Linien“. Während einer Exkursion am Freitag, 29. Juni, zum Möhnesee klärt Vorstandsmitglied Dr. Burkard Steinrücken in einer populär-kulturastronomischen Randnotiz, was der Möhnesee mit Star Wars zu tun hat.

Zum Inhalt

Ein Erbe der Menschheit sind Zahlen und Zeichen als kosmische Einheiten für Maße in Raum und Zeit. Gezählt werden Tage, Wochen, Monate und Jahre, jedoch nicht nur in Anlehnung an die Perioden von Sonne und Mond, sondern auch an die von Saturn, Venus, Merkur und Jupiter. Die Zahl Sieben z.B. konstituiert unsere Wochenzählung, zahlreiche Bräuche und Gewohnheiten, Volksmärchen, Redensarten und Rätsel.

Ebenso häufig werden die Zahlen Acht und Fünf, Sechzehn und Zehn erwähnt. Untersuchungen weisen auf einen kalendarischen Ursprung dieser Zahlenverhältnisse hin von fünf Venusperioden innerhalb von acht Jahren. In acht Jahren durchläuft aber auch der Mond eine ganze Zahl von Zyklen – 99. Beziehen sich die Zahlen, die z.B. in Märchen auftauchen, auf diese Zeitverhältnisse?

Welche Märchen, Mythen und Sagen spiegeln aufgrund ihrer Zahlenverhältnisse kalendarisches oder kosmisches Wissen wider? Und verraten sie alte Maßeinheiten? Wie sind die Kirchen ausgerichtet, z.B. die mysteriöse Drüggelter Kapelle am Möhnesee, ein Exkursionsziel dieser Tagung? Wie haben die Ägypter, Griechen und Römer gemessen? Wie hängt die Astronomie – früher und heute – mit der Vermessung von Himmel und Erde zusammen? Wie sehen die ältesten Messinstrumente aus? Wie wird heute gemessen? Warum wurden bewährte Maße aufgegeben? Dire Tagung gibt Antworten und diskutiert offene Fragen.

Der öffentliche Vortrag am Samstagabend ist kostenlos: Am Samstag, 30. Juni, 20:00 Uhr spricht Dr. Burkard Steinrücken im MKK (Hansastr. 3) über „Rätsel auf alten Weltkarten“.

Die Tagungsgebühr für Nicht-Mitglieder beträgt 65 Euro, für einen halben Tag 15 Euro. Der öffentliche Vortrag am Samstagabend ist kostenlos: Am Samstag, 30. Juni, 20:00 Uhr spricht Dr. Burkard Steinrücken im MKK (Hansastr. 3) über „Rätsel auf alten Weltkarten“.

Die Gesellschaft für Archäoastronomie besteht seit zehn Jahren. Ihre Ziele sind die interdisziplinäre, wissenschaftliche Forschung, die Unterstützung fach- und amateurwissenschaftlich interessierter Mitglieder in wissenschaftlich fundierten Projekten sowie die Organisation von Konferenzen, Vorträgen und Kursen zum Thema.

Das komplette Tagungs-Programm finden Sie online.

Archaeoastronomie

Quelle: Stadt Dortmund

 

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