Die Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen

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Bild: IHK zu Dortmund
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60 Gäste beim IHK-Wirtschaftsgespräch in Holzwickede am 17. September

Zum diesjährigen Wirtschaftsgespräch der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund in Holzwickede konnte Regionalbetreuer Gero Brandenburg rund 60 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung im Restaurant Schloßstuben begrüßen. Nach seinen einleitenden Worten gingen Bürgermeisterin Ulrike Drossel und Wirtschaftsförderer Stefan Thiel auf die aktuellen Entwicklungen in der Emscherquellgemeinde ein. Die gute konjunkturelle Lage der vergangenen Jahre spiegelt sich bei den Gewerbesteuereinnahmen wider, die mit über 17 Millionen Euro einen Höchststand erreichen. Trotz steigender Kreisumlagen sollen die Hebesätze für Gewerbe- und Grundsteuer allerdings auch 2020 unverändert bleiben. Des Weiteren berichteten Drossel und Thiel über den gegenwärtigen Stand beim Neubau des Rat- und Bürgerhauses, den Vermarktungsstand im Eco Port und die Ausweisung neuer Gewerbeflächen sowie den Breitbandausbau in der Gemeinde.

Wulf-Christian Ehrich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, berichtete über aktuelle Themen aus der IHK-Arbeit. Kritisch bewertete er die Vorschläge, die der Beteiligungsprozess der Ruhrkonferenz hervorgebracht hat. Von den 75 Projektideen zielten nur wenige auf die Stärkung des Wirtschaftsstandortes ab. „Wir hätten uns stärkere Impulse und eine klare Gesamtstrategie gewünscht. Unsere Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen“, machte Ehrich deutlich. Gleiches gelte für die aktuelle Diskussion zur CO2-Bepreisung.

Ehrich skizzierte auch die Ergebnisse der „Kohlekommission“: Mit der Schließung von vier Steinkohlekraftwerken im Kreis Unna könnten mittelfristig bis zu 1.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Vor diesem Hintergrund betonte er die Notwendigkeit, dass die vom Bund zugesagten finanziellen Hilfen nicht nur den rheinischen Braunkohlerevieren zukommen. „Auch im Kreis Unna brauchen wir Geld, um diesen Strukturwandel abzufedern.“ Zugleich müsse bei den Planungen für die Nachnutzung der riesigen Areale das große Potenzial als Industrie- und Gewerbeflächen beachtet werden. „Unsere Wirtschaft braucht Flächen, um wachsen zu können“, so Ehrich, der auch die Verzögerungen beim Regionalplan kritisierte. Der Regionalverband Ruhr hatte zuletzt erklärt, der für die zukünftige Flächenzuordnung im Ruhrgebiet so wichtige Regionalplan werde nicht 2020 verabschiedet. „Unsere Unternehmen brauchen endlich Planungssicherheit für ihre Investitionsabsichten. Diese Zeitverzögerung hemmt die wirtschaftliche Entwicklung in unserer IHK-Region und im gesamten Ruhrgebiet.“

Die aktuelle Gesamtsituation auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Unna und in Holzwickede habe bereits jetzt das gute Niveau des Vorjahres erreicht. „Wir sind zuversichtlich, dass wir in den kommenden Monaten diese Zahlen sogar noch leicht steigern können“, so Ehrich. 2018 konnten in der IHK-Region insgesamt 5.149 neue Azubiverträge notiert werden. Ehrich appellierte in diesem Zusammenhang an die Unternehmer, auch zukünftig Kandidatinnen und Kandidaten für das ehrenamtliche Prüferwesen bereitzustellen. „Es ist für unsere Wirtschaft von größtem Interesse, wenn der künftige Fachkräftenachwuchs gut und praxisnah ausgebildet wird.“

Im Folgenden stellten Michael Sprenger, Geschäftsführer der Hülpert Unternehmensgruppe, und Christoph Kösters, Geschäftsführer des Porsche-Zentrums Dortmund, das aktuelle Bauvorhaben im Eco Port vor. Bis Ende 2020 soll in direkter Nähe zum Airport Dortmund für rund 16 Millionen Euro das hochmoderne Porsche-Zentrum mit 80 Arbeitsplätzen entstehen. Nach dem Prototyp im kalifornischen Palm Springs wird die neue Corporate Architecture „Destination Porsche“ des Sportwagenherstellers in Holzwickede erstmalig in Deutschland in einem Neubau umgesetzt.  „Für uns ist es eines der größten Projekte in der über 100-jährigen Firmengeschichte, dass wir jetzt realisieren“, erläuterte Michael Sprenger. „Dieses Investment ist ein Bekenntnis zur Region, in der der wir fest verwurzelt sind“, so Sprenger, der das Projekt als Fortführung des Expansionskurses der letzten Jahre sieht. Seit 2011 ist die Hülpert Unternehmensgruppe von 400 auf knapp 1000 Mitarbeiter gewachsen.

Gesundheit, Sport und Bewegung standen im Fokus des Vortrags von Reiner Harting, Sparkassendirektor a.D. und Mitglied des Aufsichtsrates des Holzwickeder SC (HSC). Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels planen HSC und Turngemeinde Holzwickede ein Sportforum nach dem Vorbild des TV Jahn-Rheine (Münsterland), in dem es zahlreiche Angebote für Prävention und Gesundheitskompetenz geben soll. Das Investitionsvolumen liegt bei schätzungsweise 3,5 Millionen Euro.

Zum Abschluss des Wirtschaftsgesprächs stellte IHK-Vollversammlungsmitglied Klaus Moßmeier, Vorstandssprecher der Sparkasse Unna-Kamen, die neue Stiftung „Gutes tun“ für Kamen, Holzwickede und Fröndenberg vor. Angesprochen werden damit Bürgerinnen und Bürger, die Geld für einen guten Zweck in ihrer Heimatgemeinde stiften oder spenden wollen. Privatpersonen können ab einer Summe von 250 Euro, Unternehmen ab 1.000 Euro Stifter werden. Gefördert werden können beispielsweise Wissenschaft, Kultur, Sport, Tierschutz, Soziales oder sportliche Aktivitäten. Das Dach der Stiftung besteht aus Vorstand und dem kontrollierenden Kuratorium, unterstützt vom regionalen Beirat Holzwickede, der beratende Funktion hat.

Quelle: Industrie- und Handelskammer zu Dortmund

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