Freie Software und Offene Standards

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Die Arbeitsgruppe "Freie Software" lotet seit 2018 die Potentiale von Freier Software und Offenen Standards für die Verwaltung der Stadt Dortmund aus. Jörg Zilian (Leiter Dortmunder Systemhaus) und Personaldezernent Christian Uhr (vorne, v. l.), präsentierten zusammen mit Dennis Nitschke (Dortmunder Systemhaus), Till Schäfer und Christian Nähle (beide Do-FOSS) den jüngst beendeten Sachstandsbereicht zum Thema (hinten, v. l.). Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Torsten Tullius
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Stadt Dortmund und Bürgerinitiative Do-FOSS präsentieren Sachstandsbericht zur Untersuchung des Potentials von Freier Software und Offenen Standards

2018 hat die Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit der lokalen Bürgerinitiative Do-FOSS damit begonnen, die Potentiale von Freier Software und Offenen Standards für die städtische Verwaltung auszuloten. Organisiert als „Arbeitsgruppe Freie Software“, präsentierten Vertreter*innen von Stadt und Bürgerinitiative der Öffentlichkeit einen ersten Sachstandsbericht. 

Die Tätigkeit der Arbeitsgruppe ist Teil des Masterplans „Digitale Verwaltung – Arbeiten 4.0“, der im November 2018 vom Rat der Stadt Dortmund verabschiedet wurde. Mit Blick auf die aktuellen Aktivitäten und Entwicklungen auf Bundes- und Landesebene zur Stärkung der digitalen Souveränität der öffentlichen Verwaltung wird deutlich, wie wichtig diese Analyse für die Fortentwicklung der eigenen Digitalisierungsstrategie ist. Dabei geht es insbesondere darum, Wege zur Reduzierung von Abhängigkeiten zu einzelnen IT-Anbietern zu finden.

Dadurch ließen sich auf Dauer nicht nur Kosten einsparen, weiß Do-FOSS-Vertreter Till Schäfer: „Außerdem lassen sich Angebote der Freien Software in der Regel eigenständig ändern und den eigenen Bedürfnissen anpassen – selbst wenn deren Unterstützung abgelaufen ist.“ Auch im Bereich der IT-Sicherheit punktet die Freie Software: Durch die Offenlegung des Quellcodes lassen sich eventuelle Angriffsflächen, etwa in einem Betriebssystem, leichter evaluieren und beseitigen. Daneben verfolgt die Stadtverwaltung Dortmund mit dem Projekt noch weitere Zielvorstellungen, etwa die Erhöhung der Flexibilität und Steuerungsfähigkeit beim Softwareeinsatz, dem Einsatz von offenen und standardisierten Dateiformaten, der Ermöglichung neuer Synergien sowie dem Abbau von lizenzrechtlichen Hemmnissen.

Spannende Fragen

Für Jörg Zilian, Leiter des Dortmunder Systemhauses, ergeben sich daraus spannende Fragen: „Wie löst man sich von proprietärer Software, für die man Lizenzgebühren zahlen muss? Wie schafft man den Spagat zwischen der möglichst weitgehenden Implementierung von Freier Software und den komplexen Ansprüchen der Arbeitgeberin Stadt, die mit ihren 30 Ämtern einen heterogenen Strauß an Anwender*innen bildet? Hier gilt es, von Beginn an strategisch zu arbeiten.“

Gelungenes Zusammenspiel zwischen Stadt und Bürgerinitiative

Eine erste wichtige Zwischenetappe ist nun erreicht. Die Arbeitsgruppe Freie Software, die von Seiten der Stadt vom Dortmunder Systemhaus und dem Personalrat der Stadtverwaltung repräsentiert wird, hat die erste Phase der Potentialanalyse abgeschlossen und mit dem Sachstandsbericht Anforderungen und Begriffe definiert und darüber hinaus eine Bestandsaufnahme erstellt. Diese Dokumentation dient der Arbeitsgruppe als Basis für das weitere Vorgehen. Personal- und Organisationsdezernent Christian Uhr lobt die bisherige Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative: „Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass Bürger und Verwaltung konstruktiv und vertrauensvoll zusammenarbeiten können. Die neu gewonnenen Erkenntnisse werden uns dabei helfen, Abhängigkeiten vorzubeugen und auch in Zukunft digital handlungsfähig zu bleiben.“

Der Ergebnisbericht zum Einsatzpotenzial Freier Software und Offener Standards soll den politischen Gremien bis Ende des zweiten Quartals 2022 vorgelegt werden. Bis zur Fertigstellung des Ergebnisberichts wird es verschiedene fachliche und öffentliche Beteiligungsformate geben. So ist für das erste Quartal 2022 eine kommunale Open Government Konferenz in Dortmund geplant, zu der der neben Netzwerkaktivist*innen und Vertreter*innen von Stadtverwaltungen auch interessierte Bürger*innen eingeladen werden. „Es gilt, das Thema Freie Software und Offene Standards aus möglichst vielen Perspektiven zu beleuchten“, erklärt Till Schäfer das Ziel der Konferenz. Mit der Beteiligung von Vertreter*innen des Vereins „Open Source Business Alliance“ soll außerdem der Brückenschlag zu Unternehmen und Organisationen geschlagen werden, die Freie Software entwickeln und verbreiten.

Quelle: Stadt Dortmund

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